Ostara - Göttin der Fruchtbarkeit
Im Atemrhythmus der Erde: die Schamanentrommel
Die Friedenspfeife - vielmehr als nur eine Pfeife
Die christlich Auferstehung wurzelt in einer Auferstehung der Natur!
In fast allen schamanischen Traditionen spielt die Schamanentrommel eine bedeutende Rolle.
Allgemein wird geglaubt, sie wurde zur Streitschlichtung verwendet. Doch die Friedenspfeife ist viel mehr als nur ein Friedenssymbol.
©Klaus-Uwe-Gerhardt_pixelio.de
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©Karl-Heinz-Liebisch_pixelio.de
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©Rike_pixelio.de
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©Café_wall
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©Kanizsa_triangle
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Der trügerische Schein

Wir sind Augentiere. Wir trauen unserem optischen Sinn, der uns die Welt in Bildern vermittelt, mehr als allen anderen. Hast du das Grollen draußen auch gehört? Schmeckst du das Bittere ebenfalls heraus? Bei Geräuschen und Gerüchen müssen wir uns wesentlich öfter rückversichern, ob wir nicht einer Täuschung zum Opfer gefallen sind, als bei Gesehenem.

Wir gehen dabei sogar soweit, aus einzelnen Linien und Bruchstücken im Gehirn ein Ganzes zu konstruieren. Der Jäger zum Beispiel, der im Wald hinter einem Gebüsch nur schemenhaft eine Gestalt wahrnimmt, macht mittels seiner Vorstellungskraft einen Bären daraus, den er dann Kollegen am Stammtisch aufbindet. So entsteht Jägerlatein. Wissenschaftlich kann das mit dem Kanisza-Dreieck (Bild nebenan) belegt werden. Dabei glaubt der Betrachter ein weißes Dreieck zu entdecken, obwohl das Bild nur Linien und Kreissegmente zeigt.

Die Vormacht des Sehsinnes zeigt sich darin, dass die Hälfte des menschlichen Hirns für die Verarbeitung visueller Reize zuständig ist. Was aber durch das Auge ins Gehirn dringt, ist immer nur eine Konstruktion der Realität. Diese wird bestimmt durch persönliche Vorerfahrungen, angelerntes Wissen und von momentanen Gefühlen. In fröhlicher Verfassung wird man eher strahlende als traurige Gesichter wahrnehmen (die berühmte rosarote Brille).

Das Auge erfüllt den Zweck, aus oft unsicheren Eindrücken eine geordnete Wirklichkeit zu schaffen.

Dies erzeugt Sicherheit, die allerdings trügerisch sein kann.

Untersuchungen zeigten, dass Personen, die etwa technische Zeichnungen von Helikoptern oder Klospülungen betrachteten, sich über das Funktionsprinzip im Klaren waren.

Sie gerieten aber in Schwierigkeiten, als sie es erklären sollten. Angesichts der Bilder hatten sie ihr Wissen einfach überschätzt.

Dies macht auch begreiflich, wie manipulativ Bilder eingesetzt werden können. Manche Ärzte lassen sich oft so sehr von Röntgenbildern oder Computer-Tomografien leiten, dass sie dabei krassen Fehldiagnosen unterliegen. Die künstlichen Farben bei Hirnaufnahmen steigern die Problematik noch zusätzlich. Rot etwa wird als Alarmsignal wahrgenommen und lässt die Bilder dramatischer erscheinen. So wurden in amerikanischen Medien Gehirne von Drogen- abstinenten bunt dargestellt, die von Ecstasy-Konsumenten fahl und geschrumpft. Später kam zu Tage, dass aus jeder Gruppe nur das jeweils extreme ausgewählt wurde. Außerdem fällt die schädliche Wirkung bei weitem nicht so schlimm aus.

Bilder helfen enorm dabei, die Komplexität der Umwelt zu vereinfachen und leichter zu verarbeiten. Vor allem können Bilder nicht den Fluss der Dinge, den Prozess darstellen, sondern nur einen jeweils statischen Zustand. Auch wenn wir immer wieder Täuschungen unterliegen, müssen wir uns der Vielzahl an Verzerrungen und Beeinflussungen bewusst werden. Das bedeutet, einfach öfter über das Gesehene nachzudenken. 

Redaktion

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