Thomas Höffgen - Schamanismus bei den Germanen. Götter, Menschen, Tiere, Pflanzen (2017)
Die Friedenspfeife - vielmehr als nur eine Pfeife
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Allgemein wird geglaubt, sie wurde zur Streitschlichtung verwendet. Doch die Friedenspfeife ist viel mehr als nur ein Friedenssymbol.
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Sehnsucht nach transrationaler Spiritualität
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Sehnsucht nach transrationaler Spiritualität
Sehnsucht nach transrationaler Spiritualität

Sehnsucht nach transrationaler Spiritualität

In Europa herrscht ein ungebrochenes Interesse am Schamanismus, welches zwangsläufig ethnische Komponenten aufweist. Viele beschäftigen sich heute mit schamanischen Lehren und Praktiken.

Seit 1975 nimmt die esoterische Literatur die vordersten Ränge auf der Frankfurter Buchmesse ein. Viele Menschen beschäftigen sich heute mit schamanischen Lehren und Praktiken, die ihnen von indigenen Völkern, von den Indianern Kanadas und Amerikas, den letzten Nachfahren der Inkas in Peru, den Balianen und Dukuns in Indonesien, den Voodoo Priestern in West-Afrika oder den Schamanen Nepals an die Hand gegeben wurden.

Die Ursache für dieses ungebrochene Interesses am Schamanismus erblicke ich in einer kollektiven Sehnsucht des westlichen Menschen nach Stabilität, nach Fortbestand der eigenen Spezies sowie nach Rückverbindung zur Natur und unserer Vergangenheit.

Jene Sehnsucht entfaltete sich in einer Umwelt, wo soziale Veränderung dramatisch zunehmen. Der westliche Mensch ist aus der Geborgenheit, die in traditionellen Gesellschaften auch heute noch anzutreffen ist, heraus gefallen.

Er ist nicht mehr gebunden an eine bestimmte Tradition, die ihm die Richtung vorgibt. Vielmehr kann er seine Weltsicht aus unzähligen Glaubensanschauungen selbst zusammen basteln. Dabei kann er aus einer Unzahl von Weisheitslehren wählen, die entweder historischen Traditionen oder wieder entdeckten Mythen entstammen.

Die westliche Gesellschaft wurde in den letzten Jahrzehnten immer komplexer, und das machte es für den Einzelnen immer schwieriger, sich darin zu orientieren. Die gesamte gegenwärtige Entwicklung konfrontiert das Individuum mit einer ungeheuren Fülle an Information, während die sozialen Kontrollsysteme der zivilisierten Welt immer häufiger versagen und für den Einzelnen immer undurchschaubarer werden.

Aus diesem Grunde sehnt sich der westliche Mensch nach einer einfacheren Form der Existenz.

Er sehnt sich nach einem Leben in einer Umwelt, in der Ereignisse und Beziehungen noch überschaubar, noch begreifbar und  - zumindest potentiell - noch handhabbar für ihn sind.

In der modernen Welt stehen zwei große, entgegengesetzte geistige Strömungen einander gegenüber: Wissenschaft und Liberalismus auf der einen Seite, Religion und Konservatismus auf der anderen.

Während die Wissenschaft und der Liberalismus zutiefst anti-spirituell sind, hält die Religion und der Konservatismus an einer auf Mythen basierenden Welterklärung fest, die als "prärational" betrachtet werden kann.

In einem gewissen Sinne, liegen Wissenschaft und Liberalismus mit ihrer anti-spirituellen Haltung durchaus richtig, da alles, was in der Vergangenheit als "spirituell" betrachtet wurde, heute als prärationales, mythisches, ethnozentrisches und fundamentales Dogma entlarvt ist.

Der Liberalismus verdankt seine Existenz dem Bedürfnis, sich von der Tyrannei prärationaler Dogmen zu befreien.

Seine noble Stärke liegt in der Proklamierung der persönlichen Freiheit, der Menschenrechte und der Gleichheit der Menschen angesichts eines häufig feindlich gesinnten und mit Zwangsmitteln agierenden Kollektivs. Und das ist auch der Grund, weshalb sich der Liberalismus von Anbeginn mit der Wissenschaft zusammen getan hat, nämlich um jene fundamentalistische, auf Mythen basierende, prärationale Religion und ihre Tyrannei mit den Gründen der Vernunft zu bekämpfen.

Aber weder die Wissenschaft, noch der Liberalismus haben begriffen, dass es außer diesen prärationalen Mythen auch noch ein transrationales Bewusstsein gibt!

Demnach stehen einander nicht zwei, sondern tatsächlich drei gegensätzliche geistige Strömungen gegenüber:

1. die auf Mythen basierende, prärationale Religion
2. der auf rationalen Erkenntnissen basierende Liberalismus und die Wissenschaft und
3. eine neue Form transrationaler Spiritualität.

Und an dieser Stelle kommen die Stadtschamanen des 21. Jahrhunderts in unsere Betrachtung, denn sie gehören für mich zu den Vertretern der letztgenannten geistigen Strömung.

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Weshalb die Welt Stadtschamanen braucht!

In weiteren Artikeln wollen wir uns nun den möglichen Aufgaben der Stadtschamanen in unserer modernen westlichen Welt zuwenden...

Dr. Friedrich Demolsky

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