Thomas Höffgen - Schamanismus bei den Germanen. Götter, Menschen, Tiere, Pflanzen (2017)
Die Friedenspfeife - vielmehr als nur eine Pfeife
Anleitung zur schamanischen Reise
Super Buch über die religiöse Weltanschauung der Mitteleuropäer!
Allgemein wird geglaubt, sie wurde zur Streitschlichtung verwendet. Doch die Friedenspfeife ist viel mehr als nur ein Friedenssymbol.
Hier erfahren Sie wie es geht!
Jahreswechsel
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Jahreswechsel
Jahreswechsel

Jahreswechsel

Bei unseren keltischen - germanischen Vorfahren begann das neue Jahr bereits zur Wintersonnenwende am 24. Dezember. Vor der Christianisierung dauerte der Jahreswechsel 12 Nächte - die Raunächte - beginnend am 24. Dezember und endend am 5. Januar.

Warum die Tage "Nächte genannt wurden ist einfach erklärbar. Die Kelten nannten diese Zeit die "Nacht des Jahres".

Die Christianisierung des Jahreswechsels machte 1691 Papst Innozenz XII vollständig, indem er den 31. Dezember als den letzten Tag des Jahres festlegte. Der 31. Dezember ist dem heiligen Sylvester geweiht. Sylvester war von 314-335 Patriarch von Rom, der an der Einführung des Christentums als Staatsreligion unter Kaiser Konstantin maßgeblich beteiligt war.
Papst Sylvester I. verstarb am 31. Dezember 335 in Rom.

Die Raunächte waren für unsere Vorfahren heilige Nächte mit großer Bedeutung für das kommende Jahr - Orakelnächte!

Jeder Tag stand für einen Monat des Jahres. Der erste Tag für den Januar, der zweite für den Februar, usw., bis zur letzten der 12 Raunächte, die dann für den Dezember stand.

Beobachtet wurde alles, was passierte und alles hatte Bedeutung. Beobachtet wurde in welchen Konstellationen sich die Sterne zeigten, wie der Mond zu sehen war, ob in der Familie viel gezankt wurde, wie das Essen schmeckte, ob mit dem Vieh oder in der Dorfgemeinschaft Probleme auftauchten, wie das Wetter war, wie die Wolken zogen und wie das alles untereinander in Beziehung stand. Und ganz besonders bedeutungsvoll waren wiederum die Träume, die zu dieser Zeit auftauchten.

Die Menschen selbst hatten nur bedingt die Möglichkeit all das zu deuten. Für die Deutung zuständig war der Dorf-Schamane. Er hatte den Kontakt zu den Geistern.

Besondere Hilfsmittel, wie ein Absud aus getrockneten Fliegenpilzen unterstützen ihn von den Geistern zu erfahren, was die Zeichen zu bedeuten hatten. In seinen Visionen gab er den Menschen, die für sie wichtigen Hinweise und oft auch Rituale, die helfen sollten, vorhergesehenes Unglück abzuwehren.

Besonders die letze Raunacht (5. Januar) war dann geeignet, die Rituale für die Abwehr von Unglück durchzuführen.  Damit sollte all das während der Orakel- Tage vorhergesehene, Unglück neutralisiert werden. Heute erinnert noch der allseits beliebte Fliegenpilz aus Marzipan oder das weit verbreitete "Bleigießen" an diese alten Rituale.

Nach der Christianisierung wurden viele Rituale beibehalten und auf Sylvester verlegt. So sollte beispielsweise das Abend- Essen zu Sylvester mit der Familie oder mit Verwandten erfolgen da das Essen "im Kreise" der Angehörigen (der Kreis ist ein altes magisches Schutzsymbol) Schutz vor Dämonen  bietet.

Unglück, Krankheit und Not wurden bösen Geistern oder Dämonen zugeschrieben. So ging es bei den Ritualen der Raunächte schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern.

In vielen ländlichen Bereichen ist es bis heute üblich die Wohnräume und Stallungen mit gesegnetem Weihrauch auszuräuchern, um böse Geister oder Dämonen zu vertreiben. Damit soll Mensch und Vieh vor Schaden bewahrt werden.

In den Dörfern veranstalteten die Bewohner lärmende Umzüge mit vermummten Gestalten  bei denen Trommeln, Schellen und Peitschenknallen für den nötigen Krach sorgten, um die bösen Geister und Dämonen vom Dorf fernzuhalten.

Geblieben ist das Knallen von Feuerwerkskörpern und Sektkorken - Lärm und Musik sind auch heute nicht von den Neujahrsfeiern weg zu denken, genau so wenig wie die Glückwünsche zum Jahreswechsel.

Fast jede(r) hört oder verwendet vor dem Jahreswechsel die Glückwunschformel: "Einen guten Rutsch". Und fast jede(r) glaubt, dass es "gut Hinüberrutschen" bedeutet.

Etymologisch geht "Rutsch" auf das eingedeutschte, jiddische "rosch" und weiter auf das hebräische rosh zurück und bedeutet "Anfang".
"Einen guten Rutsch" bedeutet also: "Einen guten Anfang"!

Wenn zu Mitternacht die Sektkorken knallen stoßen wir an und wünschen "Prost" oder "Prosit Neujahr!" Prosit kommt aus dem Latein und bedeutet "Es möge gelingen!"

Von den Ritualen geblieben ist die Verabschiedung des Alten und die Begrüßung des Neuen mit der Hoffnung auf neues Glück.

"Prosit für alle Ziele und einen guten Rosch!"

Was für ein Kraftritual sie zum Jahreswechsel durchführen können, lesen Sie im nächsten Artikel.

Kurt Fenkart

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