Thomas Höffgen - Schamanismus bei den Germanen. Götter, Menschen, Tiere, Pflanzen (2017)
Die Friedenspfeife - vielmehr als nur eine Pfeife
Anleitung zur schamanischen Reise
Super Buch über die religiöse Weltanschauung der Mitteleuropäer!
Allgemein wird geglaubt, sie wurde zur Streitschlichtung verwendet. Doch die Friedenspfeife ist viel mehr als nur ein Friedenssymbol.
Hier erfahren Sie wie es geht!
Johanniskraut
Johanniskraut
Johanniskraut
Johanniskraut
Palmbuschen
Palmbuschen
Kräuterbuschen
Kräuterbuschen

Verbündete, Helfer und Freunde aus dem Pflanzenreich -Teil 3

Schamanischen Umgang mit Kräutern kann man auch unter "Kräutermagie" - im weitesten Sinn - zusammenfassen.

Um den Umgang mit Kräutern im allgemeinen und den schamanischen Umgang mit ihnen im besonderen abzurunden gebührt neben dem heilkundlichen auch dem heilmagischen Aspekt der Pflanzen Beachtung.

Gerade in der alpenländischen Volks- medizin, die ja ganz allgemein reich an schamanischen Elementen ist,  hatte und hat die Kräutermagie bis heute Bedeutung und Wirkung. Denn das Volk hat zu allen Zeiten, unabhängig von der Wissenschaft Verhaltens- regeln und vor allem Kräuterrezepturen für den Umgang mit besonderen Phänomenen gefunden.

In dieser Hinsicht haben die Menschen immer schon - und sie tun es bis heute - den schamanischen Umgang mit Kräutern gepflegt.

So kannte man die "Verschreikräuter" als Mittel gegen Verzauberung, man wusste, in welcher Form welche Kräuter anzuwenden sind um den Alp, den Nachtmahr, zu verscheuchen und was in einen Kräuterbuschen gehört, damit er als Schutz für Haus und Feld dienen konnte.

Das Johanniskraut etwa war und ist als "fuga daemonum" ein heiliges und wirksames Mittel zum Schutz vor Hexen und zum Durchschauen von teuflischem Blendwerk.

Die Hauswurz wurde und wird aufs Hausdach gepflanzt zum Schutz gegen Blitz, Zauberei, Krankheit und Unheil im Stall.

Eisenkraut und Engelwurz fanden und finden als Sympathiemittel Verwendung; als Bestandteil eines Talisman können sie "die Liebe anzaubern" und diplomatisches Geschick bewirken.

Wacholderbeeren wurden und werden gegen schwache Augen und den "bösen Blick" der Drud im Amulettbeutel getragen und der Wermut wurde zum Schutz des Neugeborenen an die Wiege gehängt.

Der Eiche und dem Holunder können Krankheiten, besonders die Gicht "übertragen" werden, indem Nägel oder Haare des Erkrankten in eine Bohrung ins Holz des Baumes gesteckt werden.

Und wenn wir heute wieder vermehrt Palmbuschen binden und unsere Kräuter am "Hochunserfrauentag"  (15. August) in die Kirche tragen, tun wir das, weil wir wissen, dass kirchlicher Segen die Heilkraft verstärkt. Und weil da wahrscheinlich noch etwas wirkt, was unsere Ahnen noch als ganz selbstverständlich erlebt haben: die Heilmagie.

Der Kräuterbuschen

Im "Frauendreißigst", in der Zeit zwischen den beiden großen Marienfesten Maria Himmelfahrt und Maria Geburt ruht auf allen Kräutern ein besonderer Segen.

Es ist auch die Zeit, in der die am häufigsten gebrauchten Heilpflanzen gesammelt werden. Um die Heilkraft zu verstärken, werden einige von ihnen in die Kirche getragen, damit sie gesegnet werden.

Seit altersher sind es ganz bestimmte Kräuter, die zur Weihe getragen werden und die Bestandteil des "Weihbuschns" zu sein haben. Es sind dies ausnahmslos gute Heilmittel aus der Volksmedizin, die darüberhinaus magische Wirkung auf Hof, Feld und Vieh haben. Dazu müssen sie aber in der Kirche geweiht worden sein.

Der Kräuterbuschen besteht, je nach Gegend aus 7, 9, 12, 16, 21, 33, 66, 72, 77 oder 99 Pflanzen, die um die Marienfeiertage herum gesammelt worden sind. Um ihre Kraft freisetzen zu können, müssen sie wild gewachsen und dürfen nicht mit Eisen in Berührung gekommen sein.

Den Mittelpunkt des Buschens bildet eine Königskerze. Um sie herum gehören unter anderen: Johanniskraut, Rainfarn, Alant, Baldrian, Odermennig, Donnerkugel, Beifuss, Wermut, Liebstöckel, Pfefferminze, Katzenminze, Origano, Eisenkraut, Labkraut, Leinkraut, Salbei, Petersilie, Schafgarbe, Wiesenknopf, Teufelsabbiss, Hasel, Weinraute, Knoblauch, Kamille, Eisenhut und Rittersporn.

Der geweihte Buschn wird im Haus aufgehängt. Bei Bedarf werden Kräuter daraus zu Tee verkocht, bei Unwetter im Herdfeuer verbrannt, krankem Vieh ins Futter gemengt und in den Raunächten ins Räucherwerk gemischt.

Und ..: "Wer Dreißgenpulver bei sich trägt entgeht allen Gefahren."

Lesen Sie dazu:

Teil 1
Teil 2

Christina Niederkofler

...ist Gesundheitsberaterin und in der Weiterbildung mit den Themen"Vitalstoffreiche Vollwerternährung in Theorie und Praxis", "Kochen mit der Natur", "Stressbewältigung", " Umgang mit Heilpflanzen" tätig.

Christina Niederkofler lebt in Südtirol. Gerne können Sie über 
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