Thomas Höffgen - Schamanismus bei den Germanen. Götter, Menschen, Tiere, Pflanzen (2017)
Die Friedenspfeife - vielmehr als nur eine Pfeife
Anleitung zur schamanischen Reise
Super Buch über die religiöse Weltanschauung der Mitteleuropäer!
Allgemein wird geglaubt, sie wurde zur Streitschlichtung verwendet. Doch die Friedenspfeife ist viel mehr als nur ein Friedenssymbol.
Hier erfahren Sie wie es geht!
Wie der Schamanismus entstand
Wie der Schamanismus entstand
Wie der Schamanismus entstand
Wie der Schamanismus entstand
Wie der Schamanismus entstand

Wie der Schamanismus entstand

In mehreren Geschichten können Sie fiktiv erleben, wie die Meschen ihre ersten Schamanen fanden. Lassen Sie Ihrer Fantasie einfach freien Lauf und Sie nehmen Teil an den ersten Initiationen, so wie sie sich in allen Teilen der Welt abgespielt haben könnten...

Vielleicht gab es eine große Dürre und die Tiere, von denen der Stamm lebte, vermehrten sich zu wenig. So hungerten auch die Menschen.

Eines Morgens, die Leute waren schon recht geschwächt, berichtet ein Mädchen von ihrem Traum: "Ich bin über den großen Berg geflogen. Mit meinem Freund, einem riesigen Vogel. Dahinter sind viele Tiere und genug zu essen."

Für die Alten ist es Kinderkram. Als der Vogel das Mädchen aber auch die folgenden Nächte im Traum heimsucht, entscheiden die Alten: Ob wir hier sterben oder dort, spielt auch keine Rolle. Und sie machen sich auf den Weg und finden alles, wie das Mädchen es im Traum gesehen hatte.

Glücklich schmatzend feiern sie. Und beim nächsten Problem, das auftritt, fragen sie das Mädchen, ob es nicht wieder träumen könnte, um eine Lösung geschenkt zu bekommen. Vielleicht aber fällt das Mädchen spontan in Trance, als sie abends musizieren, und erhält Antworten.

So lernen sie, wie man den Zustand auch absichtlich herbeiführen kann. Und die jeweils dafür Begabtesten üben in der Folge diese Funktion aus. So könnte es gewesen sein. Oder auch nicht.

Vielleicht war es so, dass sich drei Jäger auf den Weg machten, um einen Hirschen für die Sippe zu erlegen. Diesmal hatten sie sich weiter als sonst von ihrer Lagerstätte entfernt. Da hinderte sie ein anhaltendes Hochwasser, zurückzukehren.

Hunger, Müdigkeit und Erschöpfung quälen sie und ihre Kräfte schwinden. Einer kriegt Halluzinationen: Ein alter Mann führt sie flussaufwärts und zeigt ihnen einen Baum, auf dem sie übers Wasser gehen können.

Da ist der Mann weg und am anderen Ufer erscheint ein hinkendes Mammut. Dann brach es  ab und sie sitzen glücklich im Kreise ihrer Sippe, umringt von den Kindern und bewundert von den Erwachsenen.

Halb wach, halb in Trance folgen sie dem Flusslauf Richtung Quelle und finden alles, wie es dem Jäger gezeigt worden war.

Daheim versucht er später, in Einsamkeit, durch Wachen und Fasten diesen außergewöhnlichen Zustand bewusst herbeizuführen und den alten Mann wieder aufzusuchen, der ihnen den Weg gewiesen hatte.

Vielleicht aß  ein  Krieger versehentlich ein wenig von dem Pilz, an dem sein Onkel gestorben war, und sagte darauf in Verzückung wahre Sätze. So entdeckte er die richtige Dosis, die er brauchte, um immer wieder Gesichte zu erhalten, die dem Wohl der Sippe dienten.

Oder es war ein heißer Tag. Der Junge klopfte mit einem Holz auf das Fell, das sein Vater zum Trocknen aufgespannt hatte. Der Ton gefiel ihm. Auf einmal sieht er Bilder und ist fasziniert. Sie sind so schön, dass er gar nicht zurückkehren will. "Das werde ich wieder machen", sagt er sich. Später baut er die erste Trommel und lehrt auch seine Kinder zu reisen.

Vielleicht war es so, dass sich die Menschen im Übergang von ihrer tierischen Vergangenheit ohnehin eine hohe Sensitivität bewahrt hatten und sie, unreflektiert und selbstverständlich, in beiden Zuständen lebten, die sie lange Zeit nicht einmal unterscheiden konnten.

Auf jeden Fall wird die übrige Natur sowohl nährend wie auch bedrohlich erlebt. Kein Wunder, dass die Menschen Ehrfurcht vor ihr hatten, da die Erde Leben geben und zerstören konnte. Insbesondere in Jäger- und Sammlergesellschaften mit der geringen Vorhersage- möglichkeit, ob man genug zu essen, erjagen oder finden werde, war es überlebenswichtig, Methoden zu finden, sich die übrige Natur gewogen resp. gefügig zu machen, um so sicherer und angenehmer leben zu können.

So gewannen sie eine Fülle von Erfahrungswissen - irdischer Natur z.B. bei der Herstellung von Werkzeugen und Waffen und spiritueller Natur z.B. bei der Entwicklung wirksamer Rituale, in denen sie mit den Energien von Pflanzen und Tieren in Kontakt treten konnten.

Was sich bewährte, wurde den Nachfahren weiter- gegeben.

Man geht heute davon aus, dass der Schamanismus nicht in einer bestimmten Gesellschaft entwickelt/ entdeckt wurde und sich von dort ausgebreitet hat, sondern dass er in den verschiedenen Weltgegenden gleichzeitig entstanden ist und zum Humanum gehört.

 

Dr. August Thalhamer

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