Anleitung zur schamanischen Reise
Im Atemrhythmus der Erde: die Schamanentrommel
Unter Voodoo-Priestern in Westafrika
Hier erfahren Sie wie es geht!
In fast allen schamanischen Traditionen spielt die Schamanentrommel eine bedeutende Rolle.
Voodoo und Fetisch-Kult schließen einander nicht aus
©Sabine-Kardel_pixelio.de
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©Andy Carvin
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Kindgöttinnen - Arme Göttin

Abgöttisch verehrt zu werden, klingt nicht nach Kindesmissbrauch. Die Mädchengöttinnen in Nepal werden aber offensichtlich ihrer Kindheit geraubt. Um ihre kindliche Reinheit zu erhalten, werden sie von Altersgenossen getrennt und im goldenen Gefängnis eines Tempels gefangen gehalten. Kein anderes Land lebt eine solche Tradition.

Wie der Papst um den Lateran wird diese Kumari von Zeit zu Zeit durch die Straßen von Katmandu getragen. Sie ist eine Reinkarnation der hinduistischen Göttin Durga beziehungsweise einer ihrer Erscheinungsformen Taleju, der Schutzgöttin der Malla-Könige. Während des Dashain-Festes dürfen die Füße der Kumari den Boden nicht berühren; das macht unrein. In goldenen Kleidern, grell geschminkt und mit einem zusätzlich aufgemalten Auge auf der Stirn ruft sie unter der Bevölkerung Jubelstürme hervor. Mit diesem "dritten Auge" sieht sie nach tantrischer Lehre die "andere Seite der Welt". Von Hindus und Buddhisten wird sie gleichermaßen verehrt. Jede ihrer Bewegungen, ihre Mimik und Gestik wird als Glück oder Unheil interpretiert. Lachen, selbst das geringste Lächeln, ist ihr strengstens untersagt. Sie darf auch den Kumari Bahal am Durbar Square nur an hohen religiösen Feiertagen verlassen. Ihre Aufgaben bestehen sonst großteils in der Erfüllung diverser Riten wie etwa Morgen- und Abendgebet, Entgegennahme von Fürbitten, Erteilen von Segen - kurz: dem Land Glück zu bringen.

Die neue maoistische Regierung Nepals, die kürzlich die traditionelle Monarchie beseitigt hatte, entschied sich für eine Beibehaltung der "lebenden Göttin".
Unter den Kumaris ist jene aus Katmandu die bedeutendste.

Ein Komitee der buddhistischen Sakya-Kaste wählt aus weiblichen Säuglingen den geeignetsten aus: 32 Schönheitsmerkmale und das passende Horoskop muss das Mädchen aufweisen.

Vollkommene Gesundheit ist Voraussetzung, keine Narben und Wunden dürfen ihren Körper verunzieren, kein Tropfen Blut darf verloren gehen.

Später hat sie unglaubliche "Härtetests" zu bestehen: Nur das Kind, das in einem dunklen Raum tanzende Männer mit Dämonenmasken und frisch geschlachtete, blutige Büffelhäupter relativ gelassen über sich ergehen lässt, wird als göttliche Kumari im Tempel geweiht.

Sie lebt abgesondert von der Außenwelt, mit minimalem Schulunterricht und wenig sozialen Kontakten. Der Umgang mit den Lehrern gestaltet sich schwierig, da diese der kindlichen Göttin nicht widersprechen dürfen und sich ihren Launen zu fügen haben. Von der vertrauten Familie entfremdet sie sich immer mehr, obwohl sie Angehörige öfter besuchen.  Ihren göttlichen Status verliert sie beim Einsetzen ihrer ersten Menstruation, die ein Zeichen ist, dass sie der Geist der Göttin Taleju verlassen hat. Das jungfräuliche Kind ist damit "unrein" geworden. Ersetzt wird sie durch eine Nachfolgerin.

Den entthronten Mädchengöttinnen wird zwar eine kleine Pension zugestanden. Wegen ihrer fehlenden Schulbildung und der mangelnden Integration in ein Gemeinwesen ist der Weg in ein normales Leben aber äußerst schwierig. Und das Schlimmste: kein Nepalese würde eine ehemalige kumari zur Frau nehmen. Damit ist sie sozial auf die niedrigste Stufe der Gesellschaft gefallen. 

Redaktion

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